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Wenn eine Perfektionistin Mutter wird - ein Resume

Wenn eine Perfektionistin Mutter wird - ein Resume

Nur mal so als Erklärung: Eine Perfektionistin plant gerne langfristig und im Detail, überlässt die Dinge ungern dem Zufall und macht sowieso eigentlich alles am liebsten selbst, damit es auch genau so wird, wie sie es sich vorgestellt hat. Alles wird minutiös im Kopf so lange durchdacht bis es am Ende - naja - halt PERFEKT wird!

Die perfekte Mutter, Ehefrau, Frau, Karrierefrau, beste Freundin, Mensch halt… Frauen, die bereits Mütter sind, werden an diesem Punkt wahrscheinlich anfangen zu lachen, denn als Mutter ist das so eigentlich nicht wirklich möglich und man treibt sich selbst und seine Mitmenschen nur in den Wahnsinn, wenn man es dennoch versucht! Fragt mal meinen Mann, der mich am Abend erst trösten muss und dann mitansehen muss, wie ich um 21 Uhr mit dem Laptop auf dem Schoß einschlafe.

Als Mutter habe ich gelernt: 1. Hilfe anzunehmen, 2. nicht zu langfristig zu planen, weil sich doch noch alles ändern kann und 3. der Weg ist das Ziel!

Auch was die Erstausstattung meines Kindes angeht bin ich absolute Perfektionistin.
Dies hat Freunde und Familie die ein Geburtsgeschenk suchten sehr verunsichert - ganz zum Leidwesen meiner Tochter - die nur noch wenig geschenkt bekommt. Deswegen haben wir mit 1001 wishes Babyboxen kreiert die auch Eltern wie mich erfreuen und diejenigen, die ein Geburtsgeschenk für uns Perfektionisten suchen, das Leben etwas zu erleichtern.

In meinem Fall, ein schwerer Fall von Perfektionistin, begann eigentlich schon alles in der Schwangerschaft.
Nach dem ersten Test habe ich einen Tag später direkt noch einen zweiten gemacht - nur um ganz sicher zu gehen! Zu dieser Zeit pendelte ich noch zwischen Mannheim und Berlin hin und her. Ich beschloss die Nachricht meinem Freund NICHT am Telefon zu erzählen und plante eine Überraschung für meine Heimkehr zu, damit der Moment auch unvergesslich wird. In der Realität musste ich 4 Tage warten und mein Kopf spielte komplett verrückt, sodass ich völlig übermüdet und fertig in Berlin ankam, um es ihm endlich zu erzählen - den Kopf voller Ängste und Sorgen natürlich.

Ich muss schon sagen, nochmals würde ich mir diesen Nerven Zirkus nicht mehr geben ;) Dann hatte ich noch diese Vorstellung davon, wie mein jetziger Mann und ich gemeinsam beim Arzt sitzen, er hält meine Hand und wir sehen das kleine Wesen auf dem Ultraschall. Tatsächlich saß ich bei irgendeiner Gynäkolgin, irgendwo in Mannheim auf der Liege, kurz vor dem ersten Meeting, und, bevor ich etwas sagen konnte, sagte die Ärztin (die nur gebrochen deutsch konnte) “Da...Baby!” Das war mein Moment! ...den ich gern selbst geplant hätte...hmpf!

Gegen 2. Drittel der Schwangerschaft saß ich mal wieder da und die Gedanken kreisten in meinem “kontrollwahnverseuchten” Kopf: Kann ich so ein Wesen denn so lieben, wie ich es mir vorstelle? Wie badet man so ein kleines Baby? Hoffentlich lasse ich es nicht fallen! Was wenn sie mich nicht mag? Wie wickelt man ein Kind eigentlich und mist...habe ich Socken für sie gekauft??? 
Zunächst ging ich in das noch nicht wirklich fertige Kinderzimmer und suchte mir eine Windel heraus. Mein Blut sank in meine Füße und mir wurde kalt: Wo ist hier vorne und wo hinten? Ich wurde panisch und suchte nach den Socken - nichts!, und in meinem Kopf würde mein noch ungeborenes Kind bereits erfrieren - ungewickelt!
Ich nahm das Ipad und googlete “Windel Vorderseite” und “Wickeln”. HiIer sei erwähnt: Es gibt tatsächlich für alles Tutorials! Vielen Dank dafür!
Nächste Amtshandlung: Socken bestellen! Und nicht zu wenige natürlich..sicher ist sicher! Meine Tochter ist im August geboren - man kann sich also ausrechnen wie viele Socken sie gebraucht hat.

Alles kam nunmal ganz anders als gedacht und war rückblickend halt einfach wie es war...bis hin zur Geburt unserer kleinen Persönlichkeit. Kein Platzen der Fruchtblase, keine plötzlichen Wehen in der Nacht, kein Wegatmen und zerquetschen der Hand des Vaters. Nö, 10 Tage haben wir auf sie gewartet, dann richtig dramatisch 8 Uhr Termin im Krankenhaus und Wehentropf...mähhh. 
Der Abend VOR unserem 8 Uhr “Meeting”  zur Geburt war jedoch ein besonderer. Ein magischer Moment, allein mit meinem Mann, Burger als “Henkersmahlzeit” und irgendwie ganz wichtig für mich und um mich ruhig und sicher zu fühlen.

Alles in allem habe ich mich in den letzten 2 ½ Jahre ein Wenig entspannen müssen und Schwangerschaft und Muttersein waren das beste Learning für mich, denn ich habe festgestellt, dass die kleinen, die magischen und zauberhaften Momente, die an die man sich immer erinnern wird, die sind, die komplett ungeplant und unkontrolliert daher kommen: EIn kleiner Blick, ein Lachen, ein Burger zu zweit, ein Moment mit der Familie in dem ich so viel Liebe spüre, dass ich es fast nicht aushalten kann.
Wenn ich eines gelernt habe, seit der Test positiv war, dann, dass der Weg das Ziel ist und dass es nun wirklich egal ist, was meine Tochter anhat, wenn ich dieses absolut mitreißende Lachen von Ihr höre!

Nur eines hat sich nicht geändert: Socken hat meine Tochter immernoch genug und sicher nie zu wenig;)